burnout

Burnout

Sei nicht allzu gerecht und allzu weise, damit du dich nicht zugrunde richtest


Prediger 7, 16


Was verstehen wir unter Burnout?  ?

Ein Phänomens, das wir in den letzten 20 Jahren vermehrt in der Arbeitswelt antreffen: Menschen erschöpfen ihre Kräfte – bis nichts mehr geht.  Dieses lebensbedrohliche Syndrom betrifft schon lange nicht mehr – wie früher angenommen – nur ManagerInnen oder DienstnehmerInnen in Pflegeberufen. Mittlerweile sind Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen quer durch alle Branchen davon betroffen. Besonders Frauen, die aufgrund ihrer Mehrfachbelastung durch Beruf und Familie und der Sozialisierung (immer die eigenen Bedürfnisse hintanzustellen) das Gefühl entwickeln: „es ist nie genug“.
Und so beginnt die Spirale:

Der Burnout-Zyklus

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Untersuchungen, Studien und wissenschaftliche Diskussionen zu Burnout. Der volkswirtschaftliche Schaden ist unabschätzbar und Prävention daher das Gebot der Stunde.

Grafik: Der Burnout-Zyklus

Der Burnout-Zyklus

Grafik: nach Freudenberger und North

Zusammenfassend lassen sich 4 Stadien definieren, die wiederum in unterschiedliche Phasen innerhalb dieses Prozesses unterteilt werden können:
Bei der Entstehung eines „Burnout“ werden verschiedene Phasen mit unterschiedlichen Symptomen beschrieben:

Euphorie und Begeisterung

Die erste Phase – und das ist gerade das Tückische – läuft zuerst ganz unscheinbar ab: Die Arbeit macht Spaß, Begeisterung für die Aufgabe und hohes Engagement stehen im Vordergrund. Die Betroffenen arbeiten freiwillig mehr wie nötig, haben kaum mehr Zeit für persönliche Wünsche, Bedürfnisse, verdrängen Misserfolge und reduzieren ihre privaten, sozialen Kontakte. Das stärkt anfangs zwar das Selbstwertgefühl „ich schaffe alles“, doch nach jahrelangen Höchstleistungen, ohne Anerkennung, zeigen sich die ersten Erschöpfungszustände, die durch noch größere Anstrengungen „jetzt erst recht“ zu kompensieren versucht werden. Insgeheim machen sich jedoch Gefühle der Unzufriedenheit in immer kürzer werdenden Zeitabständen bemerkbar und verdichten sich.

Das Engagement nimmt ab

In der zweiten Phase beginnt bereits der Frust: Die Energie nimmt spürbar ab, Müdigkeit macht sich breit, die vormals so wichtigen Ziele verlieren an Bedeutung. Die Fähigkeit, sich für andere – ob KundInnen oder KollegInnen – einzusetzen, sinkt schleichend. Aus vormaliger Sympathie und Anteilnahme werden Distanz und wachsende Abneigung. Gleichzeitig gewinnt das Gefühl die Oberhand, die Dinge nicht mehr so richtig im Griff zu haben. Der Verdienst, der anfangs eine eher untergeordnete Rolle spielte, wird zunehmend wichtiger und scheint in der Selbstwahrnehmung in keinem Verhältnis zu der geleisteten Arbeit zu stehen. Gefühle der Unzufriedenheit wechseln mit depressiven Verstimmungen und wachsenden Selbstzweifeln. Generell verringert sich die psychische und soziale Belastbarkeit, Konzentrations- bzw. Schlafstörungen vermehren sich hingegen. Eigene Wünsche und soziale Beziehungen werden noch mehr vernachlässigt, dafür wird zunehmend öfter zu Genuss- und Beruhigungsmitteln gegriffen, und die Ursachen dieses Verhaltens werden meist bei anderen gesucht.

Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen beginnt

Motivation, Konzentration und Leistungsfähigkeit nehmen ständig weiter ab und münden in der emotionalen und sozialen Leere, gepaart mit immer beklemmenderen Gefühlen wie: Hilflosigkeit, sinkendem Selbstbewusstsein, Ängsten (z.B. Versagensängste). Bitterkeit und Pessimismus, überschatten den Tag, verleiten dazu, sich von anderen zurückzuziehen. Die Belastbarkeit und die effektive Arbeitszeit gehen gegen Null. Dadurch fühlen sich die Betroffenen nutzlos und dem Arbeitsalltag kaum noch gewachsen. Ein Gefühl des Scheiterns und der Gleichgültigkeit gegenüber Arbeit und anderen Menschen (KundInnen, KlientInnen, KollegInnen) wird zur dominierenden Stimmungslage (=Depersonalisation). Psychosomatische Reaktionen (Verspannungen, Magenprobleme, chronische Müdigkeit mit Schlafstörungen etc.) verschlimmern das psychische Befinden, beeinträchtigen massiv das Leistungsvermögen und führen immer tiefer in einen Zustand der Verzweiflung.

Verlust der Leistungsfähigkeit

Ab diesem Punkt können die Anforderungen in Job und Privatleben nicht mehr bewältigt werden: Desorganisation, Konzentrationsprobleme und Abnahme der Flexibilität haben ein Ausmaß erreicht, dass selbst der „Dienst nach Vorschrift“ überfordert. Depression und Verzweiflung überschatten alles, Selbstmordgedanken können auftauchen. Diese Situation ist lebensbedrohend, professionelle medizinische und therapeutische Hilfe sind dringend geboten!!! (Solle jemand im Umfeld des betroffenen Menschen das beobachten, möge er professionellen Beistand aufsuchen)

Die große Gleichgültigkeit

Jetzt ist den Betroffenen ziemlich alles egal: Die Weltnachrichten, das Geschehen in der Familie, nichts interessiert mehr wirklich. Sie werden zu Eigenbrötlern, die allen Gesprächen über ihre Arbeit ausweichen und beginnen, andere Menschen zu verachten. Aus eigener Kraft ist ein Umkehren in diesem Stadium praktisch unmöglich. Doch genau in dem Augenblick, in dem sie am dringendsten Hilfe benötigen, haben sich meist auch die letzten Freunde von ihnen abgewendet. Ohne professionelle Hilfe geht es jetzt immer schneller bergab.

Der Körper macht schlapp

Zu der bisher hauptsächlich psychischen Erschöpfung/Empfindung kommt jetzt die körperliche: Herzprobleme, Magen- und Darmbeschwerden, Übelkeit, Atembeschwerden, eingeschränktes Immunsystem, Libidoverlust, Depressionen, Verspannungen, allergische Reaktionen, Fibromyalgie sind die Begleitsymptome, weil der Körper auf die eigentliche Ursache aufmerksam machen möchte. Auch das Unfallrisiko steigt beträchtlich. An diesem Punkt gehen viele Betroffene zwar zum Arzt, aber eigentlich nur um die körperlichen Symptome loszuwerden. Doch nur mit Glück erkennt dieser, was dahinter wirklich steckt.

Pure Verzweiflung

Die Betroffenen wollen und können auch nicht mehr. Der Lebenswille ist auf einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit, Depressionen definieren das Dasein. Professionelle Hilfe ist dringendst erforderlich!!!!!

Die Ursachen von „Burnout“

Bei der Entstehung von „Burnout“ sind 2 Faktoren entscheidend:

Arbeitswelt (Arbeitsbedingungen, Führungsverhalten, Sozialverhalten) und

Persönlichkeit

Arbeitsbedingungen: wenn die Beschäftigten permanent  „Emotionsarbeit“ (immer gute Miene zeigen, auch wenn einem nicht danach ist – Stichwort Kundenorientierung) leisten müssen. Überforderung durch ständige Personalknappheit, hohes Arbeitspensum, wachsende Anforderungen bei unzureichender Schulung an der Tagesordnung steht. Diese Dauerbelastung verhindert, eigene berufliche Ideen zu entwickeln und umzusetzen.

Führungsverhalten: wenn der/die Vorgesetzte zwar eine Führungskraft, aber keine Führungspersönlichkeit ist, d.h. sie nicht imstande ist, der Belegschaft ein vertrauensvolles Klima zu verschaffen und die fachlichen und sozialen Fähigkeiten ihrer MitarbeiterInnen zu fördern. Persönliche Entfaltung wird aber verhindert, wenn kein Raum für Mitbestimmung geschaffen wird, offene Kommunikation zwar von allen gefordert, aber nicht umgesetzt wird.

Sozialverhalten: wenn im Unternehmen das Betriebsklima so schlecht ist, dass Team- oder MitarbeiterInnenorientierung keine Rolle spielt.

Persönlichkeit: grundsätzlich können alle davon betroffen sein, besonders häufig ist es bei „Perfektionisten“ mit hohen Erwartungen an sich selbst und hochgesteckten Zielen der Fall.
Aber auch Menschen, die dazu neigen, bei Misserfolgen und Erfolgen sich selbst abzuwerten.
Sich immer zuviel aufbürden, um das eigene Selbstwertgefühl zu stärken, in Erwartung einer Anerkennung von außen, die aber oft nicht eintritt.
Personen, die ihre eigenen Bedürfnisse ignorieren und auch körperliche Signale nicht beachten, d.h. die Work-Life-Balance ist gestört.

Wer ist besonders „burnout“ gefährdet?

  • Menschen in klassischen Sozialberufen (Sozialarbeit, Kranken- und Altenpflege, Erziehungswesen und Therapiebereich). Der ständige Einsatz für andere Menschen bewirkt eine andauernde hohe emotionale Belastung, die in dem Gefühl des Ausgebrannt seins münden kann.
  • Angestellte im Dienstleistungssektor mit viel Kundenkontakt (Tourismus, Banken, Polizei, etc).
  • Angestellte in der konventionellen Produktion, vor allem bei Überwachungs- und Steuerungstätigkeiten. Bei diesen Kontrolltätigkeiten scheinen handlungsarme „Wartezeiten“ bei gleichzeitig ständiger Wachsamkeit und einem hohen Verantwortungsdruck Burnout-Erscheinungen zu verursachen.


Wie können wir Ihnen bei  „Burnout“ helfen?

Allein wenn Sie das hier lesen, haben Sie schon einmal den ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung getan. Am Anfang unserer Beratung steht ein wertschätzender Kontakt, wir erfassen zuerst gemeinsam mit Ihnen das Ziel und die Ausgangssituation. Wir schauen auf Ihre Ressourcen und das Potenzial der Situation. Sie entwickeln mit uns Optionen für gute nächste Schritte.
Ganz wichtig, gerade bei „burnout“ ist die Schaffung von Freiräumen, stabile Zonen und Ankerplätze aufzuspüren, wo Sie wieder Sicherheit erlangen.
Als Coaches begleiten und unterstützen wir Sie dabei, wieder den „Boden unter den Füßen“ zu bekommen. Wir sind BeraterInnen, die in vielen unterschiedlichen Branchen langjährige Erfahrung besitzen, und dadurch umfangreiches Knowhow mitbringen.

Ziel von Burnout-Coaching:

Bei jedem Einzelcoaching geht es uns darum, eine einzigartige Persönlichkeit auf ihrem individuellen Weg zu begleiten und die angelegten Fähigkeiten zu fördern und zu kanalisieren.
Sie gewinnen Selbstsicherheit und Selbstwertgefühl zurück, entdecken wieder Ihre ureigensten Bedürfnisse und können Ihre volle Kraft entfalten um zu einer gesunden Work-Life-Balance zu gelangen.

Methodik von Komunariko:

Einzelsitzungen mit Gesprächen, hilfreiche Unterlagen, Modelle aus der Burnout-Theorie, systemische Methoden wie Überlebensstrategien, Entwicklungswege aufspüren, u.v.m. Die Methoden richten sich ganz stark nach der Zielrichtung und der Persönlichkeit des Klienten, der Klientin.

Ablauf und Dauer von Burnout-Coaching


Erstgespräch

kostenloses Erstgespräch (bei komplexeren Zielen: das Erstgespräch erfolgt gelegentlich auch in einem „6-Augen-Gespräch“ mit dem jeweils nächsten Vorgesetzten)
Gemeinsame Definition der Ziele und des gewünschten Erfolgs sowie der voraussichtlichen Anzahl der Coachingsitzungen.
Coaching

Auftragsklärung

detaillierte Ziele (werden in jeder Sitzung nach Bedarf genau abgestimmt) werden klar vereinbart, die den Klienten, die Klientin dabei unterstützen, Grenzen zu setzen, Freiräume zu schaffen, Werte und Ängste zu beleuchten, die zum „Burnout“ geführt haben.
Dauer: üblicherweise einmal 2-stündig bis mehrmalig 2-stündige Coachings (Abstand zwischen den Sitzungen je nach Zielen, meist wöchentlich bis zu 2 Monaten Abstand)

  • Klärung der situationsbedingten und personenbedingten Methode
    Darstellung Anliegen/Problem/Anforderung/Situation
    Focus auf Ressourcen/Fähigkeiten/Potenziale/Erfolg
    Arbeit an Lösungen/Verhaltensalternativen/Interventione
    Definition der Umsetzung („Handeln bringt Erkenntnis“) und Umgang mit Unvorhergesehenem
    Auswertung und Evaluation (kann in nächster Sitzung oder in telefonischen Kurzkontakten zwischen Coach und Klient/Klientin erfolgen)


Referenzen

Wir begleiten erfolgreich seit 27 Jahren: Menschen auf unterschiedlichsten Ebenen (von TeamleiterInnen bis zu Vorständen), vielfältige Branchen (Vereine über Verwaltung bis Produktionsunternehmen) und unterschiedlichen Unternehmensgrößen

KOMUNARIKO
Gesellschaft für persönliche und berufliche Fortbildung,
Organisationsberatung und Unternehmensberatung

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