Mobbing

mobbing ensteht zu zweit

Urteile nicht über jemanden, wenn du nicht mindestens einen Tag in seinen Mokassins gelaufen bist.

Indianisches Sprichwort

Mobbing, was ist das?

Eigentlich hat der „Vater der Graugänse“, der Nobelpreiträger Konrad Lorenz diesen Begriff geprägt und meinte damit Gruppenangriffe von Tieren auf einen Fressfeind oder einen anderen überlegenen Gegner. Die heutige Bedeutung erlangte der Begriff durch den aus Deutschland ausgewanderten schwedischen Arzt und Psychologen Heinz Leymann. Er sprach von „Mobbing“ in Bezug auf das Arbeitsleben. Umgangssprachlich ausgedrückt bedeutet Mobbing, dass eine Person zumeist am Arbeitsplatz – aber auch in anderen Organisationen – ununterbrochen gezielt geärgert, schikaniert, oder in sonstiger Weise in seiner Würde verletzt wird bzw. in der passiven Ausformung, von der Kollegenschaft gemieden wird.

Die Formen des Mobbing

Mobbing hat viele Angriffsflächen:

Angriffe auf der kommunikativen Ebene

Um Betroffene einzuschüchtern und daran zu hindern, sich zu wehren, sind MobberInnen bemüht, deren Kommunikationsmöglichkeiten massiv zu beschneiden. Z.B. die Person nicht zu Wort kommen lassen, anbrüllen, unterbrechen der Rede bis hin zu mündlichen und schriftlichen Drohungen, Kontaktverweigerung durch abwertende Blicke und Gesten oder Kontaktverweigerung durch Andeutungen, ohne dass man etwas direkt anspricht.

Angriffe auf die sozialen Beziehungen

Die Mobbinghandlungen kommen einem Kommunikationsverbot gleich und haben zum Ziel, die betroffene Person von der Gemeinschaft auszuschließen – sie in die Isolation zu treiben. Das läuft dann so ab: Man spricht nicht mehr mit dem Betroffenen, man lässt sich von ihm nicht ansprechen oder es kommt zu einer Versetzung in einen Raum weitab von den Kollegen/Kolleginnen. Gerne wird auch den anderen MitarbeiterInnen verboten, den Betroffenen/die Betroffene anzusprechen, kurz gesagt: diese Person wird wie Luft behandelt.

Angriffe auf das soziale Ansehen

Mit diesen Angriffen wollen Mobber ihre Opfer kränken, verunsichern und destabilisieren. Die Menschenwürde wird bewusst verletzt. Dazu gehören Handlungen wie hinter dem Rücken des Betroffenen schlecht über ihn zu sprechen, das Verbreiten von Gerüchten (üble Nachrede, Verleumdung), jemanden lächerlich zu machen oder zu verdächtigen, psychisch krank zu sein, bis hin jemanden zu einer psychiatrischen Untersuchung zu zwingen (beziehungsweise in den Nervenzusammenbruch zu treiben). Besonders verletzend ist es, sich über eine Behinderung oder Krankheit lustig zu machen.

Angriffe auf die Qualität der Berufs- und Lebenssituation

Hier kommt es vermehrt zu Rechtsbrüchen, die die Arbeit der Betroffenen an sich unmöglich und nur noch schwer ertragbar machen. Opfer werden bewusst unter- oder überfordert. Dazu zählen, um sie „auszuhungern“, folgende Handlungen: Man weist dem/der Betroffenen keine (qualifizierten) Arbeitsaufgaben zu, man nimmt ihm/ihr jede Beschäftigung am Arbeitsplatz, sodass er/sie sich nicht einmal selbst Aufgaben schaffen kann, man gibt ihm/ihr sinnlose Aufträge oder Aufgaben weit unter dem eigentlichen Niveau. Oder das Mobbingopfer wird absichtlich auf das Glatteis geschickt, indem man ihm ständig neue, demütigende Aufgaben überträgt oder Aufträge erteilt, die seine Qualifikation übersteigen, um ihn im nachhinein zu diskreditieren.

Angriffe auf die Gesundheit

Diese Form ist bereits in höchstem Maß kriminell und erfüllt den Tatbestand strafrechtlicher Handlungen: Zwang zu gesundheitsschädigenden Arbeiten, Androhung körperlicher Gewalt, Anwendung leichter Gewalt, z. B., um jemanden „einen Denkzettel zu verpassen“, körperliche Misshandlungen, man verursacht Kosten für den/die Betroffenen, um ihm/ihr zu schaden, man richtet physischen Schaden privat oder am Arbeitsplatz an und mit steigender Tendenz kann es auch zu sexuellen Handgreiflichkeiten kommen.

Ursachen von Mobbing?

Am weitesten verbreitet ist die Annahme, dass strukturelle Faktoren Mobbing auslösen. So ist Mobbing eine Waffe (soziale Sanktion) im innerbetrieblichen Wettstreit um knappe Ressourcen (Aufstiegspositionen, Arbeitsplatzsicherheit). Bei wachsender volkswirtschaftlicher Konjunktur nimmt das innerbetriebliche Mobbing daher ab, in der Rezession – wenn vor allem die Arbeitslosigkeit bedrohlicher wird – zu. Zur Frage warum jemand „TäterIn“ (MobberIn) oder „Opfer“ (Gemobbte Person) wird, gibt es unterschiedliche Ergebnisse; grundsätzlich kann jede Person TäterIn werden, wenn die situationsbezogenen Voraussetzungen gegeben sind. Dazu zählen äußerst schlechte Arbeitsorganisation und Produktionsmethoden wie etwa unklare Zuständigkeiten, Monotonie, Stress, allgemeine Mängel in der Kommunikations- und Informationsstruktur, ungerechte Arbeitsverteilung, Über- und Unterforderung, widersprüchliche Anweisungen, oder mangelnder Handlungsspielraum.

Welche Auswirkungen hat Mobbing?

Führungskräfte oder HR-Verantwortliche sollten sensibel sein und rechtzeitig die Warnsignale für Mobbing innerhalb der Belegschaft erkennen und gezielt gegensteuern. Jenseits der Fürsorgepflicht, die man für MitarbeiterInnen hat, entsteht ein (volks)wirtschaftlicher Verlust durch Mobbing, innere Kündigung oder Flucht in Alkohol.
Ein Mobbing-Opfer kostet dem Betrieb etwa zwischen 25 000 und 75 000 Euro pro Jahr. In größeren Unternehmen sprechen Fachleute sogar von Belastungen mit Spitzensätzen bis zu 150 000 Euro pro Jahr. Geld, das nicht ausgegeben werden kann und somit auch nicht hilft, Arbeitsplätze zu sichern.

Woran erkennt man, wenn jemand gemobbt wird?

Wenn Sie eines oder mehrere der folgenden Warnsignale bei einem Mitarbeiter, einer Mitarbeiterin oder im Unternehmen selbst beobachten, liegt aller Wahrscheinlichkeit nach ein Fall von Mobbing vor:

  • Innere Kündigung
  • Häufige Krankenstände/Arztbesuche
  • Auffällige Personalfluktuation
  • Häufung von Mitarbeiterbeschwerden bei Vorgesetzten
  • Zunahme von Kundenbeschwerden
  • Geschäftsrückgang
  • Geringe Beteiligung am betrieblichen Vorschlagswesen, an sozialen Aktivitäten des Unternehmens
  • Ein/e MitarbeiterIn ist stets allein anzutreffen, hat keine persönlichen Kontakte zu KollegInnen
  • Intrigen werden als „Konfliktlöser“ dargestellt
  • Verschlechterung des Betriebsklimas


Wie können Sie Mobbing vermeiden bzw. gegensteuern?

Die Mobbing-Beratung hat verschiedene Zielgruppen:

  • Führungskräfte oder HR-Verantwortliche
  • Betroffene

Dabei geht es um folgende Inhalte und vor allem, wie diese praktisch umzusetzen sind:
z.B.

  • Klarstellen, dass Mobbing im Unternehmen absolut unerwünscht und mit Sanktionen verbunden ist
  • Informationspolitik / Aufklärung aller MitarbeiterInnen über Mobbing, Gegenstrategien und Sanktionen
  • Verankerung von entsprechenden „Verhaltensgrundsätzen“ in das Unternehmensleitbild und/oder eine entsprechende Betriebsvereinbarung
  • Sensibilisierung der Führungskräfte und der Betriebsräte
  • Unternehmensweite Einführung von Personalentwicklungsinstrumenten (z.B.: Einführungsprogramme für neue MitarbeiterInnen, MitarbeiterInnengespräche, Exit Interviews usw.)
  • Seminarangebote (Konfliktmanagement, Teamentwicklung, usw.) wahrnehmen
  • Installierung unternehmensinterner Anlaufstellen


Mit welchen Methoden arbeiten wir?

Beratung für das Unternehmen und Einzelcoachings zum Thema Mobbing. Wir konzentrieren uns auf Ihre spezielle Situation im Unternehmen.

Unsere Vorgangsweise bei Einzelcoaching „Mobbing“


Erstgespräch

Das Erstgespräch ist kostenlos.
Gemeinsame Analyse der konkreten Situation (hängt vom Grad und der Komplexität ab) sowie Einschätzung der voraussichtlichen Anzahl an Coachingsitzungen
Die Leistung wird darauf abgestimmt

Referenzen

Nachdem Mobbing leider kein Einzelfall ist, kennen wir aus der betrieblichen Praxis sehr viele Situtationen sowohl auf den unterschiedlichsten Ebenen als auch aus vielfältigen Branchen und Unternehmsgrößen.

KOMUNARIKO KG

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