Komunariko-Buchtipp: Scrum

Boris Gloger, Scrum. Projekte zuverlässig und schnell entwickeln
Hanser Verlag; 3. Auflage Jänner 2011, 359 Seiten

Die Bücher von PionierInnen einer erfolgreichen Methode verkaufen sich oft gut – und nicht immer ist diese starke Nachfrage gerechtfertigt. Den Autor Boris Gloger kann man durchaus als europäischen Scrum-Pionier bezeichnen, und unsere Leseempfehlung wird in diesem Fall ein wenig eingeschränkt.

Scrum versteht sich als Gegenentwurf zur Projektorganisation über Planung-Befehl-Durchführung-Kontrolle und wurde für komplexe Software-Projekte entwickelt. Wer in die Lektüre eintaucht, dem wird zu Beginn sehr viel versprochen: Scrum bringe in kurzer Zeit bessere Zusammenarbeit, mehr Freude bei der Arbeit und höhere Produktivität.
220 einfach zu lesende Seiten später hat man sich wirklich einen kompletten und kompetenten Einblick in diese Methode verschafft, die stark auf selbstorganisierte multidisziplinare Entwicklungsteams baut, die Verantwortung teilen und gemeinsam ihr Wissen und Kreativität entfalten. Die übrigen 110 Seiten geben noch vertiefende Informationen zu Fragen der Implementierung.

Für Software-EntwicklerInnen und Scrum-EinsteigerInnen ist dieses Buch ein Muss, da es wunderbar praxisnah und hervorragend strukturiert in diese Methode einführt. Für BeraterInnen und ProjektmanagerInnen mit Interesse an alternativen selbststeuernden Arbeitsmethoden könnte es zumindest auf die Hälfte reduziert sein. Illustrierende fiktive Dialoge sowie wiederholte Erklärungen zu Selbstorganisation und der Bedeutung von Kommunikation können genauso überblättert werden wie die häufigen Lobeshymnen auf die Methode selbst.

Sehr stark ist dieses Buch dort, wo es klar begründete Ideen und ihre Umsetzung anhand gut erklärter Techniken beschreibt. Das Prinzip von Scrum wird dabei richtig deutlich. Ein besonderes Schmankerl liefert die Methode auch den LeserInnen mit strategischen Gestaltungsaufgaben. Scrum zeigt sich durch das iterative Vorgehen und seine hohe Interaktionsdichte als ideal geeignetes Instrument zur strategischen Prozessentwicklung. Mehr zu diesem Aspekt erfahren Sie in unserer Fortbildung zur systemischen Strategieentwicklung. Und bis dahin empfehlen wir Ihnen: Lesen Sie rein und haben Sie Mut zum Überblättern. Dann werden Sie dieses Buch genießen.



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