Komunariko-Buchtipp: Vertrauen in Organisationen

Möller, Heidi. Hrsg (2012):
Vertrauen in Organisationen: Riskante Vorleistung oder hoffnungsvolle Erwartung?

Heidi Möller greift  brisante Themen auf: Bespitzelung von MitarbeiterInnen bis in die höchsten Hierarchieebenen (Telekom, Deutsche Bahn, Lidl, Siemens), die sinkende Loyalität der MitarbeiterInnen gegenüber ihrem Unternehmen, und die steigenden Transaktionskosten von sinkendem Vertrauen. Ein Buch, das Führungskräfte ebenso aufrütteln kann wie Verantwortliche in der Öffentlichkeit und Politik.

Die Herausgeberin des Buches „Vertrauen in Organisationen“ Heidi Möller greift in ihrem eigenen Beitrag den Vertrauensverlust in Organisationen auf und erläutert dessen Hintergründe. MitarbeiterInnen und Führungskräfte zahlen in unterschiedlichen Rollen unterschiedliche psychosoziale Preise in der postmodernen Arbeitswelt. Es werden unterschiedliche Konzepte von Vertrauen dargestellt, die Entwicklung von Vertrauen beschrieben und die Bedeutung des Faktors Vertrauen für die Gesundheit der Organisationsmitglieder herausgearbeitet. Ausgehend von der aktuellen Vertrauensdebatte wird ein Plädoyer für eine angemessene Balance zwischen Vertrauen und Misstrauen in Organisationen erarbeitet.

Rolf Haubl fokussiert den Vertrauensprozess in der Beratung und skizziert das Ziel von Beratung: Selbstvertrauen. Walter Pfannkuche widmet sich dem Vertrauen aus philosophischer Perspektive, unterscheidet Vertrauen in ein Können und ein Wollen des anderen. Martin Schweer beschreibt Vertrauen im Kontext dynamisierter Märte, welche die stetige Entwicklung von Innovationsfähigkeit einfordern. Daraus resultieren verstärkt intra- und interorganisationale Kooperationsanforderungen, bei denen Vertrauen eine zentrale Ressource darstellt. Peter Eberl beschreibt die Balance zwischen Vertrauen und Kontrolle in Organisationen. Er zeigt die Brücke, die der Vertrauensbegriff in Paradigmen der traditionellen Betriebswirtschaftslehre hinterlässt. Er führt die Möglichkeit des Vertrauens als Gegenpol zur traditionellen Kontrolllogik aus. Karin Lackner stellt ein Modell vor, das die Wandlung der Vertrauensbeziehung in Gruppen in Verbindung zu den stattfindenden Gruppenprozessen setzt.

Ein Buch, das Führungskräfte ebenso aufrütteln kann wie Verantwortliche in der Öffentlichkeit und Politik.



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