KOMUNARIKO-Dialog: Wir informieren uns zu Tode: Strategien gegen den Wissenswahn!?

Die Begriffe Information und Flut sind heute ein häufig gemeinsam verwendetes oder zumindest gedachtes Wortpaar. Das kommt nicht von ungefähr: jede/r dritte Deutsche fühlt sich mittlerweile von Informationen förmlich überflutet, verantwortlich dafür sind v.a. Fernsehen und Internet. Neun Stunden konsumieren unsere deutschen Nachbarn täglich TV und fast zwei Stunden wird pro Tag aktiv (!) das Internet genutzt. Angestellte wie auch ihre Chefs schreiben, sortieren, löschen und beantworten ca. 20 Stunden pro Woche E-Mail-Nachrichten, rund 30 % haben das Gefühl, er oder sie verschwendet zu viel Zeit mit Informationen, die für die jeweilige Tätigkeit überhaupt nicht relevant sind.

Die „elektronische Flut“ ist 40 Jahre nach der Erfindung der E-Mail heute für viele kaum noch zu bewältigen. Ein Grund mehr zu speichern und zu archivieren – für alle Fälle … 2007 hinterließ jeder Erdenbewohner einen „digitalen Fußabdruck“ mit einer Kapazität von 45 Gigabyte im Informationsuniversum.

Inmitten der Informationsflut herrscht aber auch massiver Informationsmangel. Google, Facebook, YouTube, Amazon und Wikipedia zum Trotz ist die Menschheit nicht wirklich klüger geworden. Mehr Informationen bedeuten nämlich nicht automatisch mehr Wissen, denn zahlreiche Menschen vermissen zunehmend individuelle Freiräume zum Verarbeiten des Gehörten und Gelesenen, zum Überlegen und Nachdenken.

Für einen verantwortlicheren Umgang mit Verarbeitungstechniken und Vermittlungsmedien von Informationen setzt sich seit rund drei Jahrzehnten die sog. „Kommunikationsökologie“ ein. Sie reflektiert kritisch die Wechselwirkungen zwischen Informations- und Kommunikationstechnologien und der Lebens- und Arbeitswelt von Menschen und den daraus resultierenden sozialen Chancen und Risiken. Es geht um eine persönliche und gesellschaftliche Kommunikationsumwelt, in der der Mensch mit seinen legitimen Ansprüchen, Bedürfnissen und Wünschen im Mittelpunkt steht.

Das Recht auf Nichtwissen, gelegentlich auch als Recht auf Unwissenheit bezeichnet, schützt den Einzelnen davor, Informationen zu erhalten, die er nicht zu erhalten wünscht, weil ihre Kenntnis ihn in seiner Lebensführung beeinträchtigen könnte. Das Recht wird als besondere Ausprägung des Persönlichkeitsrechts angesehen und dem Recht auf informationelle Selbstbestimmung zugeordnet.

Form: Impuls von ao. Univ.‐Prof. Dr. Rudi Renger (Universität Salzburg) – anschl. gemeinsamer Dialog
Zeit: 11.4.2013, 18.00 bis 20.00 Uhr
Ort: KOMUNARIKO-Büro, Johann-Wolf-Straße 13, 5020 Salzburg

Wenn Sie Zeit und Lust haben zu kommen, melden Sie sich bitte vorher bei uns an, damit Sie auch sicher einen Sitzplatz haben.

Anmeldung und Information:ta.ok1493570288iranu1493570288mok@e1493570288ciffo1493570288 1493570288 oder +43 662 24 32 78.

Ein youtube-Video zur Einstimmung…



Unsere Stornobedingungen finden Sie hier



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